Polopferde
sind Halb oder Vollblüter. Die englische
Bezeichnung „Ponies“ stammt aus einer
früheren Zeit, in der mit sehr kleinen Pferden
gespielt wurde.
Die heute verwendeten Polopferde haben kein Ponyblut,
sie erreichen im Durchschnitt ein Stockmaß
von 1,65 m.
Die meisten und besten Polopferde werden heute
in Argentinien gezüchtet.
Verschiedentlich wird in der Pferdeliteratur von
einer eigenen Rasse der Polopferde gesprochen.
Vielmehr ist grundsätzlich jedes Pferd, das
nicht zu korpulent ist und „Blut hat“,
befähigt, als Polopferd eingesetzt zu werden.
Ob diese grundsätzliche Befähigung entwickelt
werden kann, das hängt von der Art des Zureitens,
der Schulungsweise, der Haltung und der sonstigen
Behandlung des Pferdes ab. Wert und Verwendbarkeit
eines Polopferdes bestimmen sich, etwas anders
als im übrigen Reitsport, nicht nach der
Abstammung, sondern ausschließlich nach
der entwickelten Leistungsfähigkeit.
Die
Züchter in Argentinien lassen ihre Pferde
möglichst frei in der Pampa aufwachsen und
unterziehen sie auf diese Weise einer natürlichen
Auslese. Nach dem ersten Zureiten werden die Pferde
im Viehbetrieb eingesetzt und lernen dabei das
Gehen an einer Zügelhand, das schnelle Reagieren,
beherztes Herangehen an andere Tiere explosives
Angaloppieren, scharfes Stoppen und das Vertrauen
zum Reiter.
|
|
Im Alter von 4 bis 5 Jahren wird mit dem Training
für das Polospiel begonnen. Die Ausbildung
ist sehr intensiv. Das
Pferd muss daran gewöhnt werden, dass das
Spielgeschehen (andere Reiter, Schläger,
Bälle etc.) keinen Einfluss auf seine Reaktionen
hat. Deswegen können nur besonders mutige
Pferde verwendet werden, die z.B. gegen ein mit
hoher Geschwindigkeit entgegenkommendes Pferd
angaloppieren bzw. ein gegnerisches Pferd (beim
„Abreiten“) auch in hohem Tempo angreifen.
Außerdem muss ein Polopferd bei jeder Geschwindigkeit
den Galopp wechseln können, damit es seinen
Reiter in die jeweils bestmögliche Schlagposition
bringen kann. Besonders wichtig ist, dass das
Pferd auch bei hohem Tempo blitzschnell stoppen
und wenden kann. Schließlich
muss das Pferd „mitspielen“, d. h.
Spielsituationen erkennen und seine Arbeit auf
das Spielgeschehen abstellen.
Nun könnte man meinen, dass ein Polopferd
sehr überanstrengt wird und deswegen nur
ein kurzes, wenig schönes Leben habe. Genau
das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die meisten
Polopferde werden sehr alt und spielen noch mit
18 bis 20 Jahren in schweren Matches. Das rührt
daher, dass das Polospiel den natürlichen
Veranlagungen des Pferdes entspricht und dass
die Pferde von Spielern und Helfern sorgsamst
behandelt, gepflegt und trainiert werden. |