Chronik
Polo von gestern bis heute! – Von pu-lu bis Chukker.
Die Tradition des Polo lässt sich bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. nach Persien verfolgen. Die heutige Bezeichnung „Polo“ kommt allerdings nicht aus dem Persischen sondern aus dem tibetanischen Wort „pu-lu“ (Weidenknorren), eines der Materialien aus denen ein Polo-Ball gepresst wird. Von Persien aus verbreitete sich Polo über die gesamte asiatische Welt, bis es um 1860 von den Engländern nach Europa gebracht wurde. Hier erlebte es sofort eine erfolgreiche Premiere. Die klangvollen Namen noch bis heute berühmter englischer Polo-Clubs, wie Circenster Park Polo Club, Ham Polo Club oder Cowdray Park Polo Club erinnern daran. Der erste deutsche Polo-Club wurde 1898 in Hamburg gegründet. Von 1908 bis 1936 war Polo Olympische Disziplin. Das deutsche Team belegte 1936 in Berlin vor 50.000 Zuschauern den 5. Platz. In Argentinien, der heute führenden Polo-Nation, fand Polo schnell weite Verbreitung. Dort wird heute in großen Stadien – oft vor mehr als 20.000 Zuschauern – Polo gespielt. Aus Argentinien kommen auch die in aller Welt gerittenen Polo-Pferde.
Unter Reitern sind teilweise Vorurteile gegenüber Polo entstanden. Manche sind der Ansicht, dass die Pferde überfordert werden.

Dabei sind die Polo-Regeln in erster Linie auf den Schutz der Pferde ausgerichtet. So muss z. B. ein Pferd nach jedem Chukker – so heißt ein Spielabschnitt von 7,5 Minuten – gewechselt werden.
Außerdem darf jedes Pferd nur zwei Chukker pro Tag geritten werden. Man sollte dabei auch nicht vergessen, dass Polo ein Kampfspiel ist, und sogar die Pferde leidenschaftlich mitspielen.
Kein geringerer als Fritz Thiedemann meinte einmal zu einem Polo-Match: „Man merkt, dass es den Pferden Spaß macht!“
Die Chronik des Polo
vor 2700 Jahren
Ursprung in Persien, von da aus Verbreitung in den vorderen und hinteren Orient
700 v. Chr.
Prinz Siawusch, großer persischer Spieler vor König Afrasiab (nach Firdusi)
335 – 330 v. Chr.
Briefwechsel Darius II. mit Alexander dem Großen über Polo-Gleichnisse
224 – 644 n. Chr.
Sassaniden-Dynastie, Blütezeit der Polo in Persien
401- 450 n. Chr.
Kaiser Theodosius II baut einen Poloplatz in Byzanz
618 – 907 n. Chr.
T’ang Dynastie on China, Blütezeit des Polospiels
712 n. Chr.
Länderspiel Tibet – China
826 n. Chr.
King-Tsung und sein Sohn werden angeblich wegen Ihrer Polo-Leidenschaft ermordet.
880 n. Chr.
Chinesischer Kaiser Chuang-Tsung wählte den besten Polospieler zum höchsten Beamten.
Um 900 n. Chr.
Kaiser Alexander spielt in Byzanz mit schädlichen Folgen.
960 – 1279 n. Chr.
Sung-Dynastie, zweite Blüte des Polospiels in China
975 – 996 n. Chr.
Fatimiden-Kalif el –Asis in Kairo, leidenschaftlicher Spieler
1081 – 1118
Kaiser Alexius I. verletzt sich beim Polospiel zu Byzanz.
1192
Shogun Minamoto Jorytomo betreibt Polo als Samuraisitte.
1203
Kreuzfahrer in Konstantinopel lernen das Spiel kennen und bringen es nach Frankreich. (“chicane”)
1368 – 1644
Ming-Dynastie – Wiederaufflackern des Polospiels
1403 – 1424
Die Kaiserliche Garde in Peking spielt Polo (letzte datierte Nachricht aus China).
Um 1736
Erlöschen des Safawiden-Dynastie und damit Ende des Polospiels in Persien.
1786 – 1837
Wiedereinführung des alten japanischen Polospiels durch Tokugawa Jenari
Um 1830
Der englische Kapitän Pemberton sieht das Polospiel des Volkes in Manipur.
1859
Erster englischer Polo Club in Silchar (Manipur), begründet durch Leutnant Sherer
1863
Gründung des “The Original Polo-Club” in Kalkutta
1869
E. Hartopp verfasst die ersten Polospielregeln in englischer Sprache.
1871
Erstes öffentliches Wettspiel zwischen den 9th Lancers an 10th Hussars in Aldershot
1898
Gründung des ersten deutschen Polo Clubs in Hamburg.
Gründer Heinrich Hasperg jr.. Polo verbreitet sich in der westlichen Welt und wird olympische Disziplin.
1908
London
1920
Antwerpen
1924
Paris
1936
Berlin, die deutsche Manschaft, in der Aufstellung: 1. Amsik, 2. Bartram, 3. Reincke (Kapitän), 4. Köser, belegt den 5. Platz. Polo hat mehr Zuschauer als alle anderen Sportarten zusammen.
Professor Dr. Carl Diem (1882-1962) war Organisator der Olympiade in Berlin. Historisch bedeutend, sein Buch:”Asiatische Reiterspiele”.
1972
Olympiarahmenturnier in München
Gründung des Deutschen Polo Verbandes (DPV)
1975
Polo in 39 Ländern der Erde mit 583 Polo Clubs
Gründung des Rhein Polo Club Düsseldorf e.V. (RPCD)
1983
Gründung des Polo-Weltverbandes („Federacion International de Polo“) in Buenos Aires
1997
Erste Satzung des Deutschen Polo Verbandes.
2003
In Deutschland spielen ca. 200 Spieler/-innen in 25 Vereinen Polo.